21.01.2018

Wandlungsphase Wasser

Wasser, Eisformation und Berge im Hintergrund

Bildquelle: Ute Gleissner

Nach dem Prinzip der fünf Wandlungsphasen ist der Winter dem Element Wasser zugeordnet. Es ist der Anfang allen Lebens. Auch hier könnte es heißen: "Zurück zum Ursprung". Ute Gleissner hat für uns die Qualitäten dieses Elementes zusammengestellt.

Die drei Monate des Winters nennt man Verschluss und Speicherung. Die Gewässer frieren zu und die Erde bricht auf, es gibt keine Verbindung mit dem Yang mehr. Man soll früh ins Bett gehen, man soll spät aufstehen und mit seinen Aktivitäten auf das Sonnenlicht warten. Der Wille muss zurückgehalten werden und unbemerkbar sein, als ob er begraben wäre. Man sollte seine eigenen Wünsche zurückhalten und so tun, als ob alles erfüllt wäre. Man sollte Kälte meiden und die Wärme suchen, im Einklang mit dem Einfluss des Winters, um das Leben zu bewahren und zu speichern. Die Tugend des Wassers ist die Weisheit. "Wenn Überlegung und Planung die Angelegenheiten regeln, nennt man das Weisheit. Deshalb ist es die Weisheit, die das Leben aufrechterhält."

Das Leben nähren, ist die grundlegendste Aufgabe für den Menschen, deshalb ist die Niere die materielle Basis dafür. Weisheit bedeutet so eine Lebensführung, die das Leben möglichst lange erhält und die Lebensspanne vollständig ausfüllt. Unsere Zeit erhebt den Anspruch, dass jeder Mensch die Verantwortung für sich selber entwickeln und tragen muss. Werte, mit denen wir unser Leben umgeben und ausfüllen, existieren nie absolut, sondern nur relativ zu unserem individuellen und gesellschaftlichen Sein. Werte, wie Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Achtung des Lebens, der persönlichen Freiheit und des Eigentums anderer.
"Was kann ich, was will ich, was mache ich, was ist es wert, was bedeutet es für alle?"

Anleitung zum Glücklichsein:

Herausforderung Verlangen: Verlangen wird in Schriften auch Wollen, Begehren oder Durst genannt. Das unaufhörliche Streben nach angenehmen Sinneseindrücken, nach Gerüchen, Farben und Geschmack regiert unser Leben. Ein gewisses Maß an Verlangen ist durchaus natürlich, jedoch kann uns dies in eine Zwangslage bringen, die uns immer unfreier werden lässt. Unstillbares Verlangen entfernt uns von den wahren Wünschen, von dem, was uns wirklich Erfüllung bringt. Der Umgang mit unseren Leidenschaften kann ein höchst interessanter Lernprozess sein. Ein buddhistisches Prinzip lautet: erkennen, benennen, ausgleichen, loslassen. Geduld und Zielstrebigkeit entwickeln. Der Geduldige begegnet der Realität offen und mit weichem Herzen. Wir brauchen sanfte Übergänge, um langsam in Situationen hineinwachsen zu können. Sobald wir einsehen, dass wir unser Leben nicht kontrollieren können, fällt es uns leichter, Veränderungen zu akzeptieren. Mut haben zu Stunden, für die wir keine Pläne entwickeln.  

Ute Gleissner. Wandlungsphase Wasser, Röslau 2017
Quelle: Lorenzen, Udo/ Toll, Andreas: Die Wandlungsphasen der traditionellen chinesischen Medizin, Verlag Müller & Steinicke 2014 München