
Wer sind wir?
Die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V.
Ich sehe in meiner 30-jährigen Erfahrung als Taiji- und Qigong-Lehrer mehr Ähnlichkeiten und weniger Unterschiede.
Gut, der erste und offensichtlichste Unterschied ist natürlich der, das Taiji Kampfkunst und Selbstverteidigung ist und Qigong mehr der Pflege der Lebenskraft und Gesundheit dient.
In der Reduktion auf die Essenz begegnen sich die zwei Künste und verschmelzen meiner Erfahrung nach zu einer Einheit.
Was ist diese Reduktion auf die Essenz? Es ist die Qi-Führung, das Heben und Senken, die Welle, das belebte und bewegte Stehen.
Hier geht es in beiden Künsten darum, auf den eigenen Füßen zu stehen, die Kraft der Erde über Yong-Quan zu spüren und "zu borgen". Dieser Qi-Fluss ist im Qigong Quelle der Heilkraft und auch im Taiji der Ursprung der „Inneren Kraft“.
Beide Methoden erfordern die Pflege der 3 Säulen der Achtsamkeit: Geist, Atem und Körper.
Die Taiji-Formen ähneln sehr unserer Fan Huan Gong Form; beide Formen beinhalten Schritte nach rechts und links, sogenannte Bogenstände und Stände auf einem Bein.
Taiji ist ursprünglich natürlich auch Selbstverteidigung, was Qigong im ersten Betrachten nicht ist. Die Selbstverteidigung zeigt sich auch in den Partnerübungen, in dem sogenannten Push Hand - Training. Diese Partnerübungen sind, abgesehen von der Verteidigungsmöglichkeit, immer ein wunderbares Feedback durch den Partner, ob ich in meiner Achtsamkeit und gut geerdet bin.
Begriffe wie Taiji und Qigong werden erst seit ungefähr 1950 so polarisierend gebraucht.
Früher wusste auch der Heiler sich zu wehren und der Kämpfer auch zu heilen.
Ich denke es ist wichtig, die große liebevolle Achtsamkeit in beiden Künsten zu sehen und die gemeinsamen Inhalte zu betonen: wacher Herzgeist, bewusster Atem, waches Spüren.
Helmut Bauer, Juni 2016
Abb. 1: Taiji Position, Abwehr links; Abb. 2+3: Fan Huan Gong, Helmut Bauer