
Wer sind wir?
Die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V.
Bildquelle: Fotini Papadopulu
Das 2. Bundesweite Qigong-Austauschtreffen in Ellwangen war ein Gemeinschaftserlebnis der besonderen Art und stand ganz im Zeichen der Übung, der Transformation und der Weiterentwicklung.
Der Auftakt am Freitagabend mit „Qigong im Tanz“, angeleitet von Inge Schweizer, erfüllte alle Teilnehmenden mit Leichtigkeit und Freude. Zehn Billionen Zellen tanzten und schafften ein Meer der Energie.
„Wo immer der (die) Tanzende mit dem Fuß auftritt,
da entspringt dem Staub ein Quell des Lebens.“
RUMI, Dschalal ad-Din Muhammad (1207-1273)
Bereichert wurde das Austauschtreffen zusätzlich durch unsere Gäste aus Österreich Ing. Claudia Schraml der Präsidentin und Mag. Norbert Herwegh dem Vizepräsidenten der Österreichischen QIGONG Gesellschaft.
Am Samstagvormittag gab Norbert Herwegh einen Workshop zum „Erlernen eines Übungsteils aus der Reihe des Taiyi Yuan Ming Gong in Praxis und Theorie“, und weihte uns damit in die Geheimnisse des „GoSeiChenDing“, was übersetzt „Kinnkreisen“ bedeutet, ein.
Am Beispiel „Der großen Form“ oder auch als „Übung der Dreifachen Gestalt“ bekannt, übten wir den Aufstieg des Qi mit dem Kinnkreisen. Durch das Kinnkreisen wird das Qi angeregt aufzusteigen.
Bei der Geburt, dem ersten Schritt ins Leben, bekommen wir einen Reifen, den weißen Ring, um das untere Dantian, die energetische Basis im Unterbauch. Diese energetische Basis muss angeregt werden, damit das Qi aufsteigen kann. Dieser Workshop wird noch lange nachwirken und die Qualität des Übens in besonderer Weise vertiefen. Die Begeisterung der Teilnehmenden, und der Wunsch nach mehr, führte dazu, dass gleich ein Termin für die Fortsetzung des Workshops initiiert wurde. Dieser wird im Januar 2018 in Ellwangen stattfinden.
Schluss-Satz: „Die Übung Werden, die Übung Sein!“
Nach dem Mittagessen gab Fotini ihre Erfahrungen und praktischen Tipps zum Thema „Qigong meets Rheuma“ weiter.
Grundregel bei Rheuma: Bewegen, Bewegen, Bewegen!
Der Teufelskreis - Entzündung-Schmerz-Schonhaltung-Starre-Abbau des Gewebes-Depression - kann unterbrochen werden. Wichtig für Rheumatiker sind Vorübungen, um die Faszien geschmeidig zu halten und Verspannungen zu lösen.
Neben der Theorie gab es auch einige Tipps zur praktischen Umsetzung und Beispiele von Hilfsmitteln, wie Igelball, Igelball am Stöckchen, Akupressur-Roller, Klopfhammer, Knetball und vieles mehr aus Fotini’s Schatzkiste.
Auch die eindrucksvollen Schilderungen von drei ihrer Teilnehmerinnen eröffneten uns neue Einsichten in die Problematik und zeigten Möglichkeiten für die Praxis auf.
Fazit der Betroffenen:
Schlusssatz von Fotini: „Gegen Rheuma ist das Allheilmittel Qigong!“
Nach einer kurzen Kaffee-Pause ging es an die Arbeit mit dem Workshop „Selbstverständnis und Ethik in der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT e.V.“ mit Dr. Imke Bock Möbius. Mit ihrem Vortrag zum Thema lieferte uns Imke eine sehr gute Vorlage zum Brainstorming und teilte uns in Arbeitsgruppen auf, in welchen wir unsere Ideen und Gedanken ergänzend einbringen konnten. Die einzelnen Blöcke wurden überarbeitet und vervollständigt, die später in einer Leitlinie für die Gesellschaft zusammengefasst werden können.
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden vorgestellt und dann von Imke eingesammelt. Wir sind gespannt auf die endgültige Version einer Leitlinie für unsere Gesellschaft.
Schluss-Satz: „Indem wir nach dem Selbstverständnis fragen, können sich Leitlinien herausbilden.“
Den perfekten Abschluss am Sonntagvormittag lieferte uns Dr. Cornelia Richter mit der „Aktivierung der Selbstheilungskräfte in der stillen Übung“. Dabei spielt eine gute Vorbereitung durch Selbstwahrnehmung, Maßnahmen zur Lebenspflege, Bewahren und vermehren des guten Qi, sowie Schutz vor schlechtem Qi eine wichtige Rolle. Selbstheilung geschieht, wenn alle Klumpen weggespült sind und das Gewebe porentief rein wird. Das trübe Qi sinkt nach unten, damit das frische Qi einziehen kann. Es braucht genügend Qi, um die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
„Zuerst kommt die Regulierung in der Übung, später die Erleuchtung.“
In diesem, sehr beeindruckendem und tiefer gehendem, Workshop brachte uns Cornelia den theoretischen Hintergrund und die praktische Ausführung zur stillen Übung näher. Ihre Schilderungen waren erfüllt von heiterer Selbstverständlichkeit und der Erkenntnis, wie wenig eigentlich nötig ist, um unsere Energien immer wieder neu aufzuladen. Dabei waren ihre persönlichen Erfahrungen und Tipps sehr hilfreich und motivierend für alle Teilnehmenden. Eine von ihr empfohlene Grundlegel lautet: Bewegte Übungen am Morgen, Stille Übung am Abend.
Schluss-Satz: „Dein Körper ist ein Krankenhaus. Alles was es zur Heilung braucht ist in deinem Körper vorhanden.“
Zusammenfassend betrachtet lässt sich das Wochenende mit den 3 Schätze Jing, Qi und Shen vergleichen. Jing, der Körper mit „Qigong im Tanz“ zu Beginn des Wochenendes, Qi, die Energie mit „GoSeiChenDing“ der Aufstieg des Qi in der Mitte des Wochenendes und zuletzt Shen, der Geist und die Vollendung in der stillen Übung.
Was war das Highlight für dich bei diesem 2. Bundesweiten Austauschtreffen in Ellwangen 2017?
Mag. Norbert Herwegh:
„Besonders hat mir gefallen, wie aufmerksam und achtsam alle anwesenden Teilnehmer meines Kurses waren. Auch waren sie interessiert, weitere vertiefende Einzelheiten zu der Übung, ja sogar zu vielen Bewegungsabläufen zu erhalten. Wie die Teilnehmer die Übung lernten, wie sie sich in der Übung orientierten und Bewegungen umsetzten und schließlich in ihren Übungsmodus fanden, das hat mich sehr beeindruckt. Ich möchte mich hiermit noch einmal bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr und unser gemeinsames Tun bedanken.
Dann war da noch das wundervoll gestaltete Seminarhaus mit Übungsraum, Übernachtungsbereich, und, last not least, die sehr abwechslungsreiche und wohlschmeckende Verpflegung.
Es war ein herzliches, achtsames Wochenende, von dem man sich wünscht, dass noch viele weitere kommen werden!
Mein herzlicher Dank an die Organisatorin Fotini und an alle anderen, die daran so erfolgreich beteiligt waren.“
N.N.:
„Für mich war es die erste Teilnahme an einem Qigong-Austauschtreffen. Ein Highlight war das Gemeinschaftsgefühl, dass ich mich ein bisschen wie zuhause gefühlt habe, Kolleginnen getroffen habe mit denen ich gemeinsam die Qigong-Ausbildung absolviert habe und eine Verbundenheit gespürt habe mit allen, die da waren. Ein inhaltliches Highlight war für mich der, aus tiefer eigener Erfahrung gespeiste, Workshop von Dr. Cornelia Richter über die Selbstheilung, der aus einer gelungenen Kombination von theoretischen Ausführungen und praktischem Üben bestand und mir wieder die Augen für das Wesentliche des Qigong geöffnet hat.“
Thomas Merkt:
„Es ist schwer, aus den Angeboten eines besonders hervorzuheben, weil alle auf ihre Weise ok und im Gesamtablauf gut platziert waren. Am intensivsten für mich war der Kurs von Dr. Cornelia Richter (ich übe selbst viel ChanMi). Fotinis praxisorientierter Kurs hat mir auch sehr gut gefallen.
Was nimmst du für dich persönlich mit?
N.N.:
„Neue Impulse und Motivation für das eigene Üben und das Gefühl, mit Qigong und in dieser Gemeinschaft auf dem richtigen Weg zu sein.“
Thomas Merkt:
„Ein solches Austauschangebot ist für mich, der ich – nach vielen Ausbildungen – nicht mehr auf „teure“ Fortbildungen gehen will und kann eine Supergelegenheit, durch die verschiedenen Angebote und den Kontakt mit „Gleichgesinnten“ mein eigenes Üben zu verändern und zu verfeinern.“
Fazit und Ausblick
Auch dieses wunderbare Wochenende mit reichlich gutem Qi geht 2018 in die nächste Runde. Geplant ist diesmal ein Deutsch-Österreichisches Treffen unter dem Motto „Zurück zum Ursprung“. Wir dürfen uns jetzt schon darauf freuen!
Ein herzliches Dankeschön an das Organisationsteam, Fotini Papadopulu, Susanne Thiel und Rosemarie Waniek für dieses gelungene Event.
Bericht zum Austauschtreffen: Miroslava May