
Wer sind wir?
Die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V.
Bildquelle: Helmut Bauer
Wie bereits im letzten Jahr (Newsletter April 2016) berichtet Helmut Bauer von seinen diesjährigen Erfahrungen in Neuseeland mit WEE KEE JIN.
Taiji meets Qigong
2. Fortbildung in Neuseeland, 120 Stunden Training in 4 Wochen.
Ja, hier waren wir wieder: Auckland in Neuseeland, nach 32 Stunden Reisezeit von Flughafen zu Flughafen, von München nach Auckland. Nach dieser Herausforderung waren wir natürlich ziemlich reise- und sitzmüde. Ankunftstag war Silvester, der 31.12.2016.
Wir holten unseren Mietwagen ab, dies klappte problemlos. Im Handgepäck hatten wir unsere Neuseeland-Navi vom letzten Jahr dabei und mit dessen Hilfe schafften wir übermüdet die Fahrt auf der linken Fahrbahnseite zu unserem kleinen Bungalow, etwas außerhalb von Auckland. Das Linksfahren war erstaunlicherweise noch sehr vertraut und die Fahrt dadurch ganz entspannt. Nach einer freudigen Begrüßung durch unsere liebe Vermieterin, die schon zu einer Freundin im letzten Jahr wurde, fielen wir in einen 16 stündigen, traumlosen Tiefschlaf und schliefen uns durch den Jetlag ins neue Jahr 2017.
Ab dem 2. Januar startete unser Residential Camp 2017 mit WEE KEE JIN. Vor uns lagen 20 Werktage Training à 6 Stunden täglich. Der Tag begann immer um 7:00 Uhr mit einer Stunde Partnerarbeit, freies Pushhand-Training, dann folgten die Loosenings, dann Formenlehre und zum Abschluss festgelegte Partnerübungen. Besonders die Loosenings sind eine treffliche Schnittstelle zwischen Qigong und Taijichuan.
Die Loosenings bestehen aus 5 Form-Teilen. Die Vorarbeit der Loosenings, salopp genannt „Up and Down“, definiert eine sehr funktionale Qi-Lenkung mit der Aufmerksamkeit. Der erste, zweite und dritte Teil der Form definiert eine geschickte Hüftarbeit, verbunden mit Heben und Senken. Der vierte Teil aus dem Set zeigt eine sehr gute Schulterarbeit, sinkende Schulterblätter bei steigenden Armen etc., dann folgt die Qi-Arbeit im Vorwärts-Stand und auf einem Bein. Die Qi-Lenkung und die Arbeit mit dem Center Equilibrium, dem „Zentralen-Gleichgewicht“, kann eins zu eins ins Qigong übernommen werden oder ist einfach und natürlich gutes Qigong.
Jin ist ein wunderbarer, herzlicher und kompetenter Taiji-Lehrer, der aus Bescheidenheit den Titel Meister konsequent ablehnt. Er hat von Huang Sheng Shyan, seinem Lehrer, eine außerordentliche Qi-Führung gelernt, die er bescheiden und pädagogisch geschickt an seine Schüler weitergibt.
Die Teilnehmer kamen wieder aus der ganzen Welt: Amerika, Kanada, Australien, Holland, Deutschland, Schweiz, Singapur und einige mehr. Das Training war wie immer harmonisch wie in einer großen Familie.
Taiji ist für mich Qigong zu zweit und das macht Spaß und Freude. Bei den Push-Hands-Übungen gibt es keine Frage, ob ich verwurzelt steh oder nicht, entweder stehe ich oder ich fliege durch den Raum. Qigong ist Taiji alleine, Taiji-Form üben für sich ist wichtig wie Qigong-Formen üben. Die wichtigste Erfahrung ist die ÜBUNG IM ALLTAG. Hier zählt Kraft aus der Entspannung und nicht aus der Anspannung, Kraft aus Bewusstsein und nicht aus Körpermasse.
Die letzten Worte von Huang an seinen Schüler Jin waren: Relax and Sink: Entspannen und Sinken. Diese Weisheit gilt für Qigong und Taiji, zwei Künste aus der gleichen Wurzel, mit gleichen Essenzen.
2018 Residential Camp ist schon gebucht und die Vorfreude ist groß.
Helmut Bauer, im März 2017