09.02.2019

„Faszi(e)nierendes Qigong“ begeistert in Nürnberg

Das 25. Treffen des Arbeitskreises Qigong mit älteren Menschen in der Nürnberger Evangelischen Familienbildungsstätte stand diesmal ganz im Zeichen der Faszienarbeit. Dazu war mit Gaby Eder eine ausgewiesene Expertin eingeladen worden, die bei allen 25 Teilnehmenden auf begeisterte Resonanz stieß. Die Qigong-Ausbilderin und Fascial Fitness Trainerin aus der Nähe von Landshut gelang es sehr anschaulich, die spannenden Verbindungen zwischen Qigong und dem Faszientraining, das seit wenigen Jahren in der Gesundheits- und Fitness-Szene in aller Munde ist, aufzuzeigen. 

Faszien bilden ein dreidimensionales Körpernetz, das alles durchdringt und das größte Sinnesorgan des Körpers darstellt. Faszien umhüllen mit ihrem kollagenhaltigen Bindegewebe Muskeln, Sehnen und Knochen. Faszien stützen und schützen unseren Körper und geben ihm die Form und Spannkraft. Eine Veränderung der Faszienstruktur, die entweder durch den Alterungsprozess oder auch durch Bewegungsmangel oder Überbelastung herbeigeführt wird, kann die Funktionalität unserer Faszien einschränken und damit zu Schmerzen führen. Elastische und „freie“ Faszien vermitteln hingegen eher Gefühle wie „Wohlspannung“, „Wohlsein“ und „Wohlwollen“.

Mit einfachen Dehn-, Massage-, Schüttel- oder Schwungübungen für Hände, Handgelenke, Ellbogen und Schultern wurden diese Gefühle in kurzer Zeit für alle Mitübenden nachvollziehbar. Anschließend wurde mit der „Mini Blackroll“ - einem der gebräuchlichsten Hilfsmittel aus der Faszienarbeit - in Verbindung mit einfachen Bewegungen aus dem Qigong die Plantarfaszie unter der Fußsohle auf leicht schmerzhafte und dann „wohlige“ Weise durchgeknetet und die Sprunggelenke mobilisiert. Mit dieser Methode können sowohl verklebte Plantarfaszien wie auch der gerade im Alter weit verbreitete Fersensporn wirksam behandelt werden.

Alle Teilnehmenden waren von dem Effekt dieser „kleinen Übungen“ sowie vom spürbaren Erfolg durch die Faszienrolle derart begeistert, dass das nächste AK-Treffen am 23. November sich nochmals ganztätig mit genau der gleichen Thematik befassen wird.

Bei diesem „Jubiläumstreffen“ bildete die Methode der „Kollegialen Beratung“ einen weiteren Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit. Mit diesem strukturierten Verfahren aus dem Gruppencoaching und der Intervisionsarbeit gelingt die Beratung eines Problemfalls aus der konkreten Praxis einer Kursleiterin auf leichte Art und Weise, ohne dass es zu billigen Rat-Schlägen und vorschnellen Abwertungen kommen muss. Diesmal beschäftigten sich sechs Beraterinnen mit dem Fall eines älteren Kursteilnehmers, der wegen Schmerzen im Knie nur für kurze Zeit die angebotenen Übungen mitmacht. Was soll ich in diesem Fall unternehmen, wollte die betroffene Kursleiterin wissen? Nach einer Stunde „Kollegialer Beratung“ hatten sowohl die Fallgeberin reichlich „Material“ für zukünftige Handlungsweisen zur Hand genauso wie alle Zuhörer mit dieser Methode Hinweise für ihr eigenes Leitungsverhalten in Gruppen erhielten.
Text und Bilder: Ralf Jakob