
Wer sind wir?
Die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V.
Im Frühling erwacht die Natur (Wandlungsphase Holz) - durch die grüne Farbe (frisches, junges Gemüse, Kräuter, Wildkräuter, Sprossen und Keimlinge) und dem sauren Geschmack (wirkt zusammenziehend, bewegt das Qi) ist dies eine Wohltat für Leber und Gallenblase.
Gertraud Rachbauer, Qigong-Lehrerin aus Österreich, erklärt die Wirkung einiger Frühjahrskräuter und stellt uns dazu das folgende Frühlingsrezept mit Spinat und Wiesenkräutern vor.
Spinat ist eine typische Frühlingsgemüsesorte und enthält viel Folsäure, wie auch viele andere dunkelgrüne Salatblätter. Falls man aber Blattspinat so gar nicht mag, (Kindheitstrauma?) kann man diesen mit Mangold und Wiesenkräutern, ersetzen, verfeinern oder auch am Gründonnerstag eine 9-Kräutersuppe kochen. Vorsicht bei den Mengenangaben, denn die meisten grünen Wildkräuter schmecken bitter oder scharf, vor allem wenn sie nicht mehr sehr jung sind. Dem Kochwasser eine Prise Speisesoda (Natron) beigeben, dies nimmt die Bitterkeit.
Sammeln am besten vormittags bis um die Mittagszeit, bei Sonnenschein.
Vitamine leiden an langen Transportwegen und Lagerungen, daher ist es notwendig im Frühling aus frischen Pflanzen, am besten direkt aus dem kompostgedüngten Garten zu tanken, um vor allem die Speicher der Folsäure wieder aufzufüllen.
Pfarrer Kneipp sagte: Die Natur, die Kräuter spendet, will, dass der Mensch sie verwendet.
Spinat
Thermik: etwas kühlend
Geschmack: süß
Organbezug: Magen, Dickdarm, Leber
Wirkung: Leber-Yin nährend, nährt Leberblut, Bluthitze klärend, befeuchtet Trockenheit - Darmpassage fördernd
Vitaminlehre: basenüberschüssiges, vitaminreiches Gemüse, bes. reich an Folsäure
Bei zu wenig Folsäure: Fingerkuppen rau, die Haut zwischen den Zehen ist offen, Störungen der Fußgelenke-Krämpfe am Vorderfuß, Koordinationsstörungen, Unsicherheit beim Gehen.
Starke Konzentrationsstörungen – man vergisst den Satz während des Sprechens, Artikulationsstörungen – man kann sich nicht ausdrücken, vorzeitige degenerative Prozesse, die Spannkraft der Haut geht verloren man wird kontaktscheu („rühr mich nicht an“), kein positives Zukunftsbild, es geht die Lebenskraft verloren: geistig-seelisch-körperlich
Brennnessel
Thermik: kühl
Geschmack: leicht bitter
Organbezug: Leber, Lunge, Milz, Blase
Wirkung: nährt Leberblut bei Leber-Blutmangel, löst Leber-Qi-Stagnationen auf (Zornausbrüche), blutbildend, blutreinigend, stoffwechselanregend
Als Frühjahrskur zum Entgiften, Haarwuchsmittel, schwemmt Schlacken (überschüssige Harnsäure) aus den Gelenken. Schmerzende, rheumatische Gelenke mit frischen Brennnesselruten beklopfen.
Vitaminlehre: Kalzium, Vitamin A und C, Eiweiß, Eisen (als Baustein der roten Blutkörperchen hilft es, den Sauerstoff, der für jede einzelne Zelle lebensnotwendig ist, zu transportieren und zu speichern).
Für die „Quellung“ der Bandscheiben ist Vitamin C und Folsäure wichtig. Je höher die körperliche Belastung, desto höher ist der Folsäurebedarf.
Löwenzahn
Thermik: kalt
Geschmack: bitter, süß
Organbezug: Leber, Magen
Wirkung: klärt feuchte Hitze, kühlt toxische Hitze, löst Leber-Qi-Stagnationen auf, wirkt bei Abszessen und Knoten, roten geschwollenen Augen, Müdigkeit, schmerzhaften Entzündungen der Blase, Neurodermitis, speziell nach Impfungen, stoffwechselanregend
Giersch
In der Volksmedizin gegen Gicht und Rheuma, stoffwechselanregend, entwässernd und blutreinigend. Die älteren Blätter werden hart und bitter, sie eignen sich nur mehr zum Würzen. Äußerlich aufgelegt gegen Insektenstiche. Keine TCM-Erfahrungen.
Guter Heinrich
Ein vergessenes Blattgemüse, das bevor der Spinat zu uns kam, sehr beliebt war und verschrieben wurde, um den Skorbut aus den Gliedern zu vertreiben. Wilder Spinat ist eine weitere Bezeichnung, wächst auf Schuttplätzen, an Haus- und Stallwänden, rund um Senn- und Almhütten. Ein Heilblatt bei offenen Wunden und Geschwüren, hautheilend. Die Blätter vor der Blüte ernten, ältere Blätter sind bitter.
TCM-Klassifizierung der Nahrungsmittel Ina und Claude Diolosa, Dr. Florian Ploberger. Bedarfsorientierte Vitaminlehre nach Tönnies zusammengestellt von Gertraud Rachbauer, zubereitet im Fütterungszyklus der 5 Wandlungsphasen (5 Elemente)
H = Holz, F = Feuer, E = Erde, M = Metall, W = Wasser
Die Fünf-Elemente-Lehre ist keine weitere neue Diät, die Regeln und Verbote auferlegt. Sie ist Ausdruck eines alten Wissens über die Wirkungsweise der Nahrungsmittel. Alles- oder zumindest fast alles – hat seinen Nutzen, doch ist es wichtig zu wissen, was wann und in welcher Menge welche Auswirkungen hat – bedarfsorientiert! Es gibt kein ideales Essen für alle. Was dem einen gut tut, kann der Gesundheit und dem Wohlbefinden des anderen abträglich sein. Die Lebensmittel – Mittel zum Leben – werden bei der Zubereitung in der Reihenfolge des so genannten „Fütterungs-Zyklus“ beigefügt.
Zubereitung:
Spinat und Wildkräuter von den Wurzelansätzen säubern, in viel, ein paarmal gewechseltem kaltem Wasser, waschen.
In kochendem Wasser blanchieren, abseihen, mit kaltem Wasser abschrecken und erst vor dem Servieren salzen, damit er die grüne Farbe behält mit einem Wiegemesser klein schneiden oder passieren.
Naturbelassen oder mit einer für Österreich typischen Einbrenne (Mehlschwitze) zubereiten.
F Pfanne erwärmen
E Butter oder Olivenöl, Sesamöl
E Sesamkörner rösten
E mit Mehl stauben
E etwas Kerbel
M kleine geschnittene Frühlingszwiebel kurz durchrösten
M eine Spur geriebene Muskatnuss
M erbsengroß zerdrückter Knoblauch
M Liebstöckel
W mit wenig Wasser, ev. etwas Koch-Sud aufgießen
H Petersilie
F eine Prise Curcuma
E den passierten Spinat mit den Wildkräutern einrühren zu einer cremigen Sauce verkochen
(Durch längeres Kochen wird der Spinat graugrün!)
Wurde ein Teil der Wildkräuter roh zurückgelassen, so rührt man diese jetzt ein.
E Einige Butterflöckchen aufstreuen.
M eine Prise Pfeffer
W salzen
Eine Variante wäre: den eingebrannten Spinat, jedoch ohne Knoblauch, mit kalter Milch aufgießen oder mit 4 – 6 EL Süßrahm verfeinern.
Mit Erdäpfelgröstl (Kartoffelrösti) und Spiegelei servieren.