
Wer sind wir?
Die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT e.V.
Bildquelle: Fotini Papadopulu
Vor 10 Jahren wurde auf der Jahreshauptversammlung in Berlin entschieden, angeregt vom Vorstandsmitglied Karoline Dichtl , die „sich anbietende Gelegenheit“ zur Olympiade 2008 in Peking zu nutzen, den Menschen hier im Lande mehr als Hochleistungssport und das Drumherum aus dem Land der Mitte zu präsentieren. Die Idee zum kostenfreien Üben in verschiedenen Parks in Deutschland war geboren und im Jahr darauf umgesetzt. In diesem Jahr wurde die Aktion nun bereits zum zehnten Mal an vielen Orten in Deutschland durchgeführt: Ralf Jakob hat einen (nicht repräsentativen) Rückblick verfasst.
Auch ich war von Anfang an dabei und habe es selten bereut. Genau genommen nur ein einziges Mal, als ich nach einem sehr kräftigen Sommergewitter mutterseelenallein im großen Fürther Stadtpark stand und sich partout niemand mehr dazu gesellen wollte! Sonst war die Beteiligung immer gut bis riesig gewesen. Riesig war sie 2009, als die FÜRTHER NACHRICHTEN ein Interview mit mir im Lokalteil gebracht haben.
Fast 80 Teilnehmende versammelten sich tags darauf im Stadtpark: ich kam mit dem Zählen gar nicht mehr nach! Neben meinen Übungsstunden in Fürth (Großstadt mit 126 000 Einwohnern) bot ich noch im nahen Herzogenaurach (17 000 EW) und bei mir zu Hause im dörflichen Puschendorf (2200 EW) im Landkreis Fürth „Qigong zum Schnuppern und Kennenlernen“ mit etwa zwei Treffen pro Ort an. So komme ich in den 10 Jahren auf etwa 50 Termine. Die Qigong-im-Park-Termine schlossen sich direkt nach dem Auslaufen meiner Sommerkurse Ende Juli und Anfang August jeweils am frühen Abend an. An meinem Wohnort war die erste Aktion im Juli 2008 die Erfolgreichste. Die Teilnehmenden erbaten sich einen eigenen Qigong-Kurs im Ort, den ich zuvor über einige Jahre hinweg nur mit mäßigem Erfolg initiiert hatte. Nun kamen zum ersten Abend gleich 18 Leute! Der Kurs ist mir bis heute treu geblieben. Entscheidend, das bestätigen auch viele andere Aktive, ist die Pressearbeit! Je mehr und öfter etwas in der Zeitung steht, desto größer ist der Zulauf! Ich habe nur in meinem Wohnort zusätzliche Werbung mit den Plakaten der DEUTSCHEN QIGONG GESELLSCHAFT gemacht (3 Stück pro Jahr!). In den beiden Städten habe ich darauf verzichtet, denn das macht viel zusätzliche Arbeit. Vor drei Jahren schrieb eine Redakteurin des „Fränkischen Tags“ einen relativ ausführlichen Bericht über meine Aktivität in Herzogenaurach.
Natürlich kommen zu den Aktionen immer wieder einige bekannte Kursteilnehmerinnen hinzu, die eine gute Besucherbasis bilden. Mein ganz persönlicher Eindruck ist aber, dass der Zulauf bei mir doch im Laufe der Jahre etwas abgenommen hat. Auch die Liste der Termineinträge auf unserer Webseite waren zuletzt lange nicht mehr so umfangreich wie in den Jahren zuvor, scheint mir. Auf mehr als zwei Seiten ist diese Zusammenstellung der Termine nicht mehr angewachsen! Könnten die zuletzt doch deutlich abnehmenden Einträge von Zeitungsberichten über die Qigong-im-Park-Aktivitäten unserer Mitglieder auf unserem Pressespiegel ein weiterer Hinweis für nachlassendes Interesse in der Öffentlichkeit sein?
Fragen wir doch einfach mal bei einigen unserer aktiven Mitgliederinnen nach!
Nach wie vor ganz begeistert zeigt sich Ethel Baron aus dem Nürnberger Land von Qigong-im-Park. Von Anfang an hat sich die Qigong-Lehrerin entschieden, gemeinsam mit fünf Kolleginnen, die sich abwechseln und gegenseitig vertreten können, Qigong-im-Park an mehreren Standorten in Lauf, Röthenbach und Umgebung anzubieten. „Unsere Vernetzung im Nürnberger Land ist schon ziemlich einzigartig“, sagt sie. Mit den Jahren hat sich dort „eine regelrechte Qigong-Gemeinde“ gebildet. Zu jedem der Treffen kommen 25 – 30 Teilnehmende, manchmal auch noch weit mehr. Die Qigong-Fans schneiden sich den Artikel mit allen Orten und Zeiten aus, den die Tageszeitung vor dem Start veröffentlicht, und heften ihn an ihr schwarzes Brett. An allen Übungstagen erscheint in den Veranstaltungshinweisen der „Pegnitz-Zeitung“ nochmals ein weiterer Hinweis. „Qigong im Park ist eine Institution geworden, die schmerzlich vermisst würde, sollten wir die Aktion ausfallen lassen“, sagt Ethel. Zu Qigong-im-Park kommen neben vielen Kursteilnehmern immer wieder auch Menschen, die sich dann im Herbst in den Kursen anmelden. Aber eine „Massenbewegung“ sei das bis heute nicht geworden.
Die Eifrigste unter allen Anbietern von Qigong-Im-Park ist zweifellos Eva Maria Lechner aus Bad Griesbach im Landkreis Passau. Sie hat schon ein paar Jahre früher als die DEUTSCHE QIGONG GESELLSCHAFT damit angefangen, das ganze Jahr über zum Sonnenaufgang (im Sommer etwas später) an drei Tagen in der Woche eine Qigong-Übungsstunde im Kurpark anzubieten – kostenfrei selbstverständlich! Etwa 2000 Treffen „Qigong-im-Kurpark“ könnten es gewesen sein, wenn sie alles zusammen zählt! Im Durchschnitt der vielen Jahre und Jahreszeiten kommt sie nach eigenen Berechnungen auf acht Teilnehmer. 40 Mitübende sind es dann, wenn mehrere Veranstalter ihr Angebot aufgreifen und in Gesundheitswochen integrieren. Eva Maria sagt über sich, dass dieses Angebot „die beste Entscheidung ihres Lebens“ gewesen sei! Sie selbst könne das ganze Jahr über „die wunderbare Natur am Morgen“ genießen und habe dazu - wegen der frühen Morgenstunde – eine „Positiv-Auslese“ der Kurgäste und Anwohner, mit denen sie sich wunderbar austauschen könne.
Auch für Fotini Papadopulu aus Ellwangen hat sich dieser Austausch mit den Teilnehmerinnen und das gemeinsame Üben unter freien Himmel zu einem persönlichen Gewinn entwickelt. Auch sie ist seit 2008 dabei und bietet – anfänglich begleitend zu ihrer Qigong-Ausbildung - zweimal im Jahr an einem Sonntagmorgen am nahen Stausee Qigong-im-Park an. Auch sie hat inzwischen eine kleine Fan-Gemeinde, die sich schon lange vorher auf das gemeinsame Üben freut. Teilweise fahren manche Teilnehmer zwischen 30 und 40 Kilometer weit für dieses besondere Angebot. Für manche ihrer Teilnehmer hat sich aus diesem kleinen Anfang eine „wunderbaren Freundschaft“ zu Qigong entwickelt, die schon einige Jahre andauert. „Bei mir ist es schon fast Tradition geworden“, sagt Fotini. Ihre Teilnehmer sprechen von „alle Jahre wieder“.
Bei der 10. Auflage dieser bundesweiten Aktion ganz neu dabei war Inge Fröhlich aus dem Westerwald, die zu drei Terminen „Qigong-im-Park“ in den Schlosspark von Siegen eingeladen hatte, um dort die Gelegenheit zu bieten „die fernöstliche Bewegungskunst kennen zu lernen“. Sehr nützlich und hilfreich für Qigong-Lehrerin Inge bei dieser Aktion erwiesen sich die Materialien und die Plakate aus der Geschäftsstelle. Nicht nur sie selbst, sondern auch ihre etwa 100 Teilnehmer zeigten sich begeistert nach dem gemeinsamen Üben in freier Natur. Eine Wiederholung der Aktion im nächsten Jahr wurde von allen gewünscht.
Ralf Jakob